Irgendwie geht’s dann plötzlich auch wieder, unvorstellbar, aber nicht unerwartbar und du weißt: so lange zwischen dir und der Welt Schlaf liegt, muss nichts so sein.
Was ist 2
März 17, 2009 von landauWas ist
März 16, 2009 von landauWas ist?
Zu wenig. Wo du bist, gibt es kein genug, für keine Sehnsucht und kein Bedürfnis. Du weißt immer zu wenig, du liebst immer zu wenig und du hasst zu wenig, du denkst zu wenig und machst zu wenig. Was dich umgibt, ist, was du erkennst. Du bist, was du glaubst. Du fragst mich, was ist: Was ist, bist du.
Was bleibt?
Der Rest. Das Dazwischen, davor und danach, der Weg, hin und zurück, die Vorstellung, das Geträumte und fast schon Erlebte, das bleibt. Das Gefühl bleibt, eines, das mehr wird und eines, das weniger wird. Täusch dich nicht: Am Anfang steht immer genau das, was am Ende noch übrig war, du siehst dein Spiegelbild und denkst HOFFNUNG und schreist WARUM. Du hoffst SCHLUSS und schreist WARUM NICHT. Hoffnung und warum, das bleibt, denn das Leben ist nicht wundervoll und ich bin es so leid, diesen Dreck dauernd zu behaupten. Das Leben ist scheisse. Das Leben ist scheisse, es ist anstrengend, langweilig, dumm und geizig. Dann erwartest du nichts mehr und hast mal ein paar schöne Momente. Was davon bleibt, ist der Verrat an dir selbst. Was bleibt, bist nicht mal du.
Das ist doch Unsinn, oder?
Ich hoffe. Ich hoffe. Ich hoffe.
Dort unten
September 23, 2008 von landauGehen, laufen, springen, erste Hürde. Laufen, springen, schnelle zweite Hürde. Und jetzt? Bisschen nach vor, bisschen zurück, im Grunde aber immer nur weiter rein gegen die vor-zurück-links-rechts-zirkulierende Masse, durch und raus und rein und drin. Hier kann nur Kälte sein, Bier, Zigaretten und Bass, etwas anderes existiert nicht, obwohl sich alle immer wieder danach umdrehen, vor-zurück-links-rechts blicken und rauf und runter, aber niemand kommt, der nicht schon hier gewesen wäre. Niemand existiert, der das nicht weiß. Viele Menschen auf engem Raum und nur Kälte, ein gemeinsames Frieren bei spitzen Schreien im Chor. Wer zwingt noch einmal leicht ironisches Lächeln auf sein Gesicht? Wer sieht den ganzen Morgen nicht mehr auf das Handydisplay? Wer schnorrt noch eine Zigarette? Laufen, atmen, laufen, dritte Hürde. Es ist so dunkel, dass geschlossene Augen inzwischen besser sehen, alles sehen, jede Wirklichkeitsmöglichkeit beleuchten. Ja, so könnte das sein! Wirklichkeitsmöglichkeiten beleuchten in zwei Bassschlägen, offene Augen brauchen eine Ewigkeit dafür, weil sie Hände und Beine koordinieren müssen, weil die wieder Haare und T-Shirt koordinieren müssen, weil offene Augen dort unten dein Geist sind
und wenn du sie schließt, dann –
und wenn du sie schließt, weil –
und wenn du sie schließt, wird –
Wachhalten
September 20, 2008 von landauEs ist alles so wie immer und immer alles so wie bei jedem. Weil niemand weiß, was man will, nimmt man alles, was man kriegt und weil sich das am nächsten Morgen beschissen anfühlt, beginnt man immer ein bisschen früher zu saufen. Klischees vewerten und verstricken und verlachen, bis ich ihr gegenübersitze und dasselbe, dassselbe, dasselbe, dasselbe immer wieder mich selbst erlebend rede, die eine Szene am Wendepunkt, an der ich nicht zurück kann, weil das bedeuten würde, auf einer Matratze ohne Bettzeug zu schlafen, in einem Zimmer vollgestopft mit Kartons und statt Kissen Kapuzenpullis unter dem Kopf. Dafür dann dieses SCHEISSGEREDE jedesmal, sie tut mir so leid, wie ich mich bedaure. Sie weiß noch nicht, dass alles viel schlimmer ist, ich weiß noch nicht, ob sie es je erfahren wird. Das Dazwischensein ist, wofür ich nicht schlafe, diese eine Szene am Wendepunkt mit ihren Dutzenden Wiederholungen. Hoffen auf etwas, was noch nicht ist, vielleicht nie sein wird, jedenfalls aber: Noch lebt.
Erschiessen, Baby
August 22, 2008 von landauVergangenheit sind viele kurze Momente, ein Aufflackern von Personen und Orten, tausende Episoden mit der Dauer von Augenblicken, wie aus mehreren Leben herausgeschnitten und irgendwie unambitioniert wieder zusammengefügt. Vergangenheit ist mein Leben, aber das bin nicht ich. Ich habe so wenig damit zu tun, dass ich schreiend im Badezimmer vor dem Spiegel stehe. Erschiessen, Baby. Warum nicht. Erschiessen, Baby.
Was ich bin, ist die Gegenwart und die scheint unendlich. Habe ich geschlafen, zwinge ich mich beim Aufwachen dazu, nicht daran zu denken, wie lange ich wach bleiben muss. Habe ich nicht geschlafen, hatte ich am Vortag zu viel Speed. Filme, die zu lange dauern, Menschen, die nie zum Punkt kommen, zu viele Schlüssel am Schlüsselbund, die Tür, die sich nicht sperren lässt, MP3-Player ausschalten, Schuhe in die Ecke schleudern, die Umhängetasche runter, Handy und Zigaretten raus, Zimmertür zu und liegen, eine Ewigkeit zwischen abgeschlossenem Fahrrad im Innenhof und Matratze. Nur nicht daran denken, Augen schließen und schlafen oder auch Augen öffnen und lesen, essen, lesen, essen, lesen, essen, lesen, bis ich mich zu fett fühle, etwas anderes zu machen als bis zum nächsten Tag zu schlafen und dann am Morgen erstmal irgendwas Schnelles zu nehmen für die Figur und gegen die Müdigkeit. Bis einer was von Amphesucht meint. So wie damals in Wien, als viele was von Kokainsucht meinten und dabei einfach nur eine Projektionsfläche für ihr eigenes kleines Drama im Freundeskreis gebraucht haben. Einmal nicht aufgepasst und nicht gespielt, schon Mitleid und Hilfe bekommen. Fickt euch.
Der Spiegel auf der Herren-Toilette der X-Bank, Lippen zu einem Schrei geformt, bevor ich meine Krawatte richte und an meinen Laptop gehe. Ich halte es nicht länger als eine Stunde in dem Raum aus, alleine die anderen zu hören macht mich so wütend, Gespräche über Gehalt, Hotelzimmer und Restaurants, dazwischen die ganzen „Verstehen Sie das jetzt nicht als Kritik“, „Was haben wir heute auf der Agenda?“ und „Ich stelle das jetzt einfach mal so in den Raum“. Wer kann so leben wollen und glücklich sein, wenn ich das nicht mal mitansehen kann, ohne ehrlichen Hass zu entwickeln, für den ich sonst von allem viel zu distanziert bin. Zurück in Berlin und jetzt zwei Tage durchschlafen. Und dann wieder müde sein.